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«Ich betrachte
Situationen und
Menschen immer
von verschiedenen
Seiten.»
Mariia Deka
Sie besuchen am BZZ den sprachsensiblen
Unterricht. Was bedeutet das genau?
Die Lernenden in unserer Klasse kommen aus
unterschiedlichen Ländern und sprechen
unterschiedliche Sprachen. Im Vergleich zu
den anderen Klassen haben wir kein Englisch,
sondern verbessern unsere Deutschkennt
nisse. Wir lernen unter anderem die Gramma
tik, die Orthogra昀椀e und schreiben viele Texte.
Ansonsten haben wir die gleichen Fächer wie
die normalen Klassen, aber etwas weniger
Prüfungen.
Sie sind vor vier Jahren aus der Ukraine
in die Schweiz gekommen. Was zeichnet
Sie als Mensch aus?
Ich kann von mir sagen, dass ich viel Geduld
habe und viel Verständnis für die Menschen.
Ich betrachte Situationen und Menschen im
mer von verschiedenen Seiten und versuche
stets, etwas Gutes zu 昀椀nden. Das hilft mir, zu
einer guten Kommunikation beizutragen, da
mit weniger Kon昀氀ikte entstehen. Meine Ge
duld hilft mir am Arbeitsplatz in einer Kita als
Betreuerin von Kleinkindern zwischen andert
halb und drei Jahren. Mein Fernziel ist es, Phy
siotherapeutin für Kinder zu werden.
In Ihrer Freizeit gehen Sie «Boldern».
Was gefällt Ihnen am IndoorKlettern?
Ich 昀椀nde diesen Sport sehr spannend, weil
man ihn mit der eigenen Muskelkraft ausübt
und immer in Bewegung ist. Beim Boldern
muss man nicht überlegen, sondern ver
schiedene Wege ausprobieren, um nach
oben zu kommen. Manchmal gelingt es gut,
manchmal weniger. Wenn ich das Ziel errei
che, verspüre ich eine grosse Freude und
habe einen DopaminSchub. Seit meiner
Kindheit habe ich meine Muskulatur mit Push
ups trainiert und bin wahrscheinlich ein Be
wegungstalent. Es würde mich reizen, irgend
wann auch einmal in den Bergen zu klettern.
2025/2026 Jahresbericht BZZ
Sie mussten wegen dem Krieg aus
der Ukraine 昀氀üchten. Vermissen Sie Ihr
Heimatland?
Ich vermisse es, wie einfach es für mich war,
in einem vertrauten Umfeld zu leben und in
meiner Muttersprache zu sprechen. Durch
die Erfahrung des Wegzugs in ein anderes
Land mit einer anderen Kultur bin ich in mei
ner Persönlichkeit gewachsen. Hier in der
Schweiz ist die Lebensqualität höher und bei
der Berufsbildung hat man viel mehr Wahl
möglichkeiten. Mein Ziel ist es, mich nach
Lehrabschluss zur Physiotherapeutin weiter
zubilden – in der Schweiz ist ein solcher Weg
möglich. Am liebsten würde ich irgendwann
eine Physiotherapeutin spezialisiert auf Kin
der sein.
Name:
Mariia Deka
Alter: 19
Lehrberuf:
FaBe Kinder
Lehrjahr: 1.
Wohnort:
Zürich
Hobby:
Klettern /Boldern /
Halle
In Ihrer Klasse herrscht eine gute Lern
atmosphäre. Woran merken Sie, dass alle
so angenommen werden, wie sie sind?
Mir gefällt es sehr in der sprachsensiblen
Klasse. Die Atmosphäre ist sehr o昀昀en und
freundlich – sogar o昀昀ener als in den norma
len Klassen. Warum das so ist, weiss ich nicht.
In meiner Klasse hat es zwei weitere junge
Frauen aus der Ukraine. Wir sind auch ausser
halb der Schule befreundet.
Wie tragen Sie dazu bei, dass der
sprachsensible Unterricht lebendig und
lebensnah ist?
Ich bin von meinem Wesen her ein freundli
cher und o昀昀ener Mensch. Wenn jemand mei
ne Hilfe braucht, unterstütze ich sehr gerne.
Ein lebendiger Unterricht entsteht, wenn alle
o昀昀en sind und sich gegenseitig unterstützen.
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